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Pfarrkirche Allerheiligen

Baugeschichte

Architekt Dr. Winfried Leonhardt fertigte mit seinem Sohn Dipl. Ing. Peter Leonhardt 1953 die Pläne. Die Grundsteinlegung erfolgte am 5. Juni 1955. Das Richtfest konnte am 3. September 1955 gefeiert werden. Am 13./14. Oktober 1956 wurde die Kirche von Erzbischof Dr. Josef Schneider geweiht.

Zur Erinnerung an die Weihe der Kirche wurde vor den Altarstufen das griechische und das lateinische Alphabet in Bleibuchstaben eingelassen. Nach dem alten Ritus der Kirchweihe zeichnete der Bischof diese Alphabete mit dem Bischofsstab ins Aschenkreuz.

Am Schriftenstand in der Kirche können Sie einen kleinen Kirchenführer mit zahlreichen Fotos und einer ausführlichen Beschreibung des großen Wandgemäldes erwerben.

Außenbau

Das Äußere der Allerheiligenkirche erscheint als ein hoher, breit gelagerter, rechteckiger Längsbau (Länge 42 m, Breite 19,50 m, Höhe bis zum First 21 m, innen 14,50 m). Markante Geschlossenheit, kubische Wucht und kultivierte Durchgestaltung kennzeichnen die Gesamtanlage und die Fassade. Das geschichtete Rohbacksteinmauerwerk ergibt eine warme Oberfläche. Einen markanten Akzent in der Fassade setzt die Rosette.

An der Nordostseite ist die Taufkapelle angefügt, an der Südseite tritt ein niedrigeres Seitenschiff vor. Die Fenster sind als ein fortlaufendes Band unter der Trauflinie eingesetzt. Das Ende der Nordseite füllt das "Betonmaßwerk" (Herbert Muck) des großen seitlichen Chorfensters. Sakristei (mit Pfarrsaal), Pfarrhaus (1958/59) und Kindergarten/Wohngebäude (Einweihung des Kindergartens 1.4.1964) schließen den Baukomplex ab.

Der Turm (in 6 Stockwerken Gruppen- und Jugendräume!) wurde erst 1974 unter Pfarrer Johannes Kreutzer zur jetzigen Höhe aufgestockt. Das Geläute (ebenfalls 1974) beeindruckt durch die Harmonie im Zusammenklang und "durch die lebendige Eigenständigkeit" jeder einzelnen Glocke, wie uns ein Glockengutachten bestätigt.

Innenraum

Die Nürnberger Allerheiligenkirche ist als großer, fast übergroßer Raum, als Versammlungsraum gestaltet ("Ekklesia" als neutestamentliche Bezeichnung für Kirche bedeutet "Volksversammlung"!). Alle Linien des Raumes aber laufen auf den großen Christusbaldachin über dem Altar zu. Damit wird deutlich: Mitte der Versammlung, Mitte der Gemeinde ist Christus und das Heilige Mahl, zu dem er einlädt. Sich versammeln und Gottesdienst feiern werden hier als Einheit erlebbar, so wie das z.B. aus dem Wort der 49 Märtyrer von Karthago (12.2.304 hingerichtet) spricht, die ihrem Richter erklärten: "Ohne Versammlung und ohne Herrenmahl können wir nicht leben."

Christusbaldachin

Der Entwurf des Baldachins stammt von Prof. Hans Uhl (geb. 1897). Gestiftet wurde er vom Ehepaar Markus und Agathe Warkotsch. Den Baldachin haben die Dominikanerinnen des Heilig-Grab-Klosters in Bamberg als Applikationsarbeit erstellt. Christus ist hier gestaltet als Auferstandener (mit den Wundmalen als Zeichen dessen, was er durchgemacht hat, aber es sind nun leuchtende Siegeszeichen), als Christkönig (Mandorla und Krone), als Priester (Stola), als Lehrer (erhobene Hand), als Herr, der seine Gemeinde liebt (Hinweis auf seine Seitenwunde), als Weltenherr und Weltenrichter (auf der Sonne thronend). Christus ist umgeben von den Symbolen der vier Evangelisten, die seine Botschaft verkünden, und von den sieben Flammen, die in der Offenbarung des Johannes (Offb 1,20) die Gemeinden versinnbildlichen.

Wandgemälde

Die Grundidee für den Zug der Heiligen findet sich in den Mosaiken (6. Jhd.) der Kirche S. Apollinare Nuovo in Ravenna vorgebildet, dort allerdings in strenger Reihung und in byzantinischer Feierlichkeit.

Die Heiligen an den Kirchenwänden unserer Allerheiligenkirche schauen nicht starr nach vorne, auch nicht kreuz und quer, sondern sie haben alle ihren Blick nach vorne auf die Christusdarstellung gerichtet und sie wollen damit auch den Blick der Gemeinde auf Christus lenken. So wird deutlich: Die Gläubigen sollen nicht an den Heiligen "hängen" bleiben, sondern sie sollen sich durch die Heiligen, durch ihr Beispiel und durch hre Fürbitte zu Christus führen lassen.

Die Wandgemälde stammen wie der Entwurf zum Christusbaldachin von Prof. Hans Uhl, der ohne Mithilfe von Schülern in jahrelanger Arbeit die Bemalung der Riesenfläche von 355 qm in Kaseintechnik gemeistert hat.

Rosette

Über der Empore leuchtet wie in den alten gotischen Kirchen die Rosette, hier als Pfingstfenster gestaltet: in der Mitte die Geisttaube, rot als Symbol für die Feuerflammen des Heiligen Geistes und für die Gottesliebe, Gold als Farbe der Heiligkeit, blau als Farbe der Welt (12 äußere Kreise), in die durch die Apostel (12 Kreise mittlerer Größe mit Feuerflammen) Gottes Geist weitergegeben werden soll. Ein Pfingstfenster in einer Allerheiligenkirche macht deutlich: Nicht aus eigener Leistung oder kraft ihrer menschlichen Tüchtigkeit sind Menschen "Heilige" geworden, sondern in der Kraft des Heiligen Geistes. Und in der Kraft dieses Geistes soll auch die Gemeinde ihren Weg gehen, hin zu Christus und hinein in die Welt zu den Menschen. 

Apostelleuchter

Die Apostelleuchter (Entwurf Dr. Winfried Leonhardt, Kupferblech mit aufgesetzten Apostelnamen) erinnern daran, daß die Kirche auf dem Fundament der Apostel (vgl. Eph 2,20) gegründet ist. Das himmlische Jerusalem hat nach Offb 21,14 auf den Grundsteinen seiner Mauer die Namen der 12 Apostel des Lammes stehen.

Bronzearbeiten

Die Bronzearbeiten in der Kirche (ebenfalls 1981) entstammen der Freundschaft von Pfarrer Johannes Kreutzer, dem Nachfolger von Pfarrer Johann Freitag, mit dem Künstler Josef Krautwald (Rheine). J. Krautwald (1914-2003) schuf die Tabernakel-Stele (mit den Darstellungen: Jesus und die Emmausjünger auf dem Weg, Jesus bricht den Emmausjüngern das Brot, Jesus und Thomas; an den Seiten: Auferweckung des Lazarus und Fußwaschung), das Bronzekreuz links vom Altar (Christus ist nicht als Leidender, sondern als Sieger dargestellt, der zum Vater aufblickt), die beiden Ambonen, die Sedilien und vor allem die z.T. unkonventionellen Kreuzwegstationen (Beginn mit Fußwaschung, Judaskuß, Verleugnung des Petrus. Simon von Cyrene trägt die Gesichtszüge von Pfr. J. Kreutzer!)

Taufkapelle

J. Krautwald hat in die Vorderseite des Altars das Lamm Gottes eingraviert und er hat in der Taufkapelle den Taufstein gestaltet (auf dem Bronzedeckel der Durchzug der Israeliten durch das Rote Meer als Symbol der Taufe).
Die Worte, die in die Gittertür zur Taufkapelle eingelassen sind, bedeuten: "Tritt ein in Gottes Heiligtum, damit du Anteil hast an Christus."
Ein besonders schönes Werk von J. Krautwald ist der Osterleuchter. Ebenso stammt von ihm an der Außenwand des Chores die Figur des hl. Christophorus.

Im Jahre 2019/2020 wurde die Taufkapelle mit neuen Buntglasfenstern ausgestattet, gestaltet von der Nürnberger Künstlerin Ursula Jüngst, gespendet vom langjährigen aktiven Pfarreimitglied Harald Ertl. Einen ausführlichen Hintergrundbericht sowie Bilder und Videos hierzu finden Sie hier.

Madonnenstatue und Antoniusfigur

Die Madonnenstatue an der Seite ist unbekannter Herkunft (vom Dachboden der Rechenberg-Kirche), die kleine Antoniusfigur in der anschließenden Nische schuf Herr Simeoni/Bad Staffelstein.

50-jähriges Jubiläum

Ein richtiges Fest hat eine Oktav“, so Pfarrer Dr. Michael Hofmann, dauert also acht Tage. So hat die Pfarrei Allerheiligen das 50jährige Weihejubiläum ihrer Kirche vom 8. bis zum 14. Oktober eine Woche lang gefeiert.

Die Allerheiligenkirche, mit 50 Jahren eine junge, denkmalgeschützte Kirche, zeichnet sich im Inneren durch eine klare Architektur und die Darstellung von 76 Heiligen auf zwei Fresken entlang der Längsseiten aus. Die Heiligen sind dabei nicht auf Goldgrund aufgebracht, sondern auf einer Struktur, die Kristallen ähnelt. Der künstlerische Gedanke ist, daß sich im Leben und Wirken der Heiligen das Licht der Liebe Gottes bricht und in verschiedenen Farben in die Welt leuchtet und auf Christus verweist. „Das Programm der Festwoche wurde mit dem Anspruch konzipiert, diesen Gedanken einem größeren Publikum offensichtlich und erlebbar zu machen“, beschreibt Anton Baier, Pastoralreferent und Seelsorger in Allerheiligen, der die Festwoche mit einer Arbeitsgruppe entworfen hat und die Durchführungen leitete.

Begonnen hat das Jubiläum mit der Feier der Firmung, zu der Erzbischof Dr. Ludwig Schick zu Gast war. 23 Jungen und Mädchen im Altar von 14 Jahren haben nach einer einjährigen Vorbereitungszeit „Ja“ zu ihrem christlichen Glauben gesagt und das Sakrament der Bestärkung empfangen. Für die mitfeiernde Gottesdienstgemeinde eine Ermutigung, sich um die Weitergabe des Glaubens zu mühen. Der Gottesdienst stand unter dem Eindruck der Rosette, dem großen Kirchenfenster im Portal der Allerheiligenkirche, die die Sendung des Heiligen Geistes und sein Wirken für die Welt zeigt.

Die Jugendlichen haben mit großen Puzzleteilen diese Rosette nachgeformt, verbunden mit einem Zeugnis ihres Glaubens – nicht immer unbedingt ein Glaube, der sie zur sonntäglichen Gottesdienstgemeinde führt, aber eines Glaubens, der sich nährt aus der Lebendigkeit des christlichen Glaubens von Menschen aus der Gottesdienstgemeinde, die die jungen Menschen auf ihrem Weg zur Firmung begleitet haben.

Am Dienstagabend las Elfriede Liebl aus Texten von Heiligen; mit kraftvoller Stimme und begleitet von gekonnten Illuminationen der jeweiligen Heiligen auf den Fresken der Kirchenwand ließ sie die zahlreichen Zuhörer am Klang der Heiligkeit teilhaben. Musikalische Interpretationen zu den Texten lieferte der Violinist und zweite Stimmführer der Nürnberger Symphoniker, Christof Musial, mit seinem Solospiel.

Der Mittwochabend bot KinoKirche. Gezeigt wurde der Film „Broken Silence“, die Begegnung eines um des Erhaltes seines Klosters willen reisenden Kartäusers mit einer jungen, provozierenden Afroamerikanerin. Beide verbindet die Frage nach dem Sinn des Lebens vor dem Hintergrund des Todes. - Schon beim Einlaß in die Kirche bekamen die Zuschauer einen Vorgeschmack auf die am nächsten Tag eröffnete Illumination der beiden Lichtinstallateure Christian Thiel und Marquart Ciolek. Sie kleideten das Innere der Kirche mit einem Sternenhimmel aus.

Am Donnerstag Abend wurde die große Kirchen-LichtRaum-Installation eröffnet. Mit bewegtem und stehendem Licht rückten die beiden Techniker die Allerheiligenkiche in ein bisher nicht gekanntes Licht. Mehr als 400 Besucher an zwei Abenden waren bezaubert und berührt von der Allerheiligenkirche und ihrer mit dem Licht spielenden Schönheit. Tief in die Nacht hinein strahlt die von den Lichttechnikern Christian Thiel und Marquart Ciolek illuminierte Heilig-Geist-Rosette. Zusätzlich erschloß Herr Pfarrer Dr. Hofmann mit seiner illuminierten Kirchenführung am Freitagabend Bauwerk und Fresken einem breiten Publikum, nachdem zuvor die Allerheiligenvesper gefeiert wurde.

Den Abschluß der Festwoche bildeten zwei Feiern. Als Zeichen der Verbundenheit mit den Menschen in ihren Stadtteilen lud die Allerheiligengemeinde am Samstagmittag zunächst zur Vesperkirche, einem Eintopfessen in der Kirche, ein. „Das Mahl das Herrn hat für uns die Konsequenz, auch den Hunger der Menschen ganz konkret zu stillen. Es geht um den Hunger nach einfachen Gesten der Annahme, des Verstehens und der Gemeinschaft. Das zeigen wir mit der Vesperkirche in der Kirche, und wir unterstreichen, dass Christus der Mensch heilig ist“, beschreibt Anton Baier das Konzept der Vesperkirche. Über 220 Portionen Eintopf, den türkische Frauen aus der Nachbarschaft gekocht haben, wurden gegessen und viele herzliche Begegnungen von Mensch zu Mensch waren möglich.

Am Abend endete die Festwoche dann konsequent mit einer Orchestermesse. Noch einmal war dabei die Kirche stilvoll illuminiert, und ein Gottesdienstbesucher sagte am Schluß was viele fühlten: „Mit diesem Licht ist es in der Kirche wie im Himmel“. Dann hat es sich gelohnt, die Oktav unter dem Motto „Gott zur Ehre – Tun, was dem Menschen dient“! Für die Gemeinde Allerheiligen wird der Erfolg der Festwoche sicher auch Wegweiser für die Seelsorge und das gemeindliche Leben in Zukunft haben. 

Renovierung der Allerheiligenkirche 2024/2025

Wiedereröffnung am Palmsonntag 2025